Im Januar 2021 hatte ich schon einmal eine Hardware-Empfehlung für Home Assistant gegeben. Seitdem hat sich viel verändert: Home Assistant ist mächtiger geworden und die Chip-Krise führte dazu, dass der Raspberry Pi nicht mehr so günstig zu haben ist, wie damals. In diesem Beitrag nenne ich euch mögliche Plattformen für Home Assistant und deren Vor- und Nachteile.
UPDATE 12.09.2024: Hier gibt es einen weiteren Beitrag zum Thema, der auch auf die Vorteile der Virtualisierung mit Proxmox eingeht Home Assistant Server auswählen: 3 Ausbaustufen mit Vor- und Nachteilen
Oszilloskop & Multimeter (3-in-1)
- 【2-Kanal-Oszilloskop】50 MHz Bandbreite, 250 MSa/s Abtastrate, 1 kpts Aufzeichnungstiefe, automatische Messfunktion, max. Spannung 400 V, vertikale Empfindlichkeit 10 mV/div bis 10 V/div, unterstützt das Speichern und Exportieren von Wellenformbildern.
- 【4,5-stelliges Multimeter mit 19999 Counts】Wechselspannung: 0–750 V, Gleichspannung: 0–999,9 V, Gleich-/Wechselstrom: 0–9,999 A, Widerstand: 0–19,99 MΩ, Kapazität: 0–99,99 mF, Durchgangsprüfung. Multifunktionsmessgerät für Profis, Schulen und Hobbyisten.
Automatischer Feuerlöscher für Schaltschränke und Server
- ✔ SOFORTIGE BRANDUNTERDRÜCKUNG BEI 170ºC ±10ºC – Der Ferosticker F03 aktiviert sich automatisch bei 170ºC ±10ºC und setzt ein Aerosol frei, das den Brand sofort löscht, indem es die Verbrennung unterbricht. Er bietet schnellen, automatischen Brandschutz in geschlossenen Räumen mit einem Schutzvolumen von 0,3 m³. Speziell für kleine, enge Bereiche entwickelt.
- ✔ KEIN STROM, KEIN DRUCK, KEINE VERKABELUNG ERFORDERLICH – Im Gegensatz zu herkömmlichen Feuerlöschern funktioniert der Ferosticker ganz ohne Strom, Batterien oder Kabel. Sein selbstaktivierendes System sorgt für sorgenfreien Brandschutz ohne Wartung. Vielseitiger Schutz: wirksam gegen Brände der Klassen A, B, C, E und F – deckt ein breites Spektrum an Brandrisiken ab.
SONOFF SWV-ZFE Hydro ONE Zigbee Bewässerungscomputer
- Durable Brass Inlet: Dieser water timer verfügt über einen robusten Messinganschluss für zuverlässige Leistung, sorgt für stabilen Betrieb in Ihrem bewässerungssystem garten oder bewässerungssystem, ideal für den langfristigen Einsatz.
- Flexible Zeitpläne & Mengensteuerung: Erstellen Sie bis zu sechs Pläne für zeit- oder mengenbasierte Bewässerung. Wetter- und saisonale Anpassungen optimieren Ihr bewässerungssystem garten und sparen Wasser – ein intelligenter sprinkler-timer.
SONOFF NSPanel Pro Gen2 Smart Home Bedienfeld
- Multi-App Unterstützung & Home Assistant-Integration: 2GB RAM + 32GB Speicher für flüssige Nutzung mehrerer Drittanbieter-Apps – kein Root erforderlich, einfach über F-Droid als Home Assistant Steuerzentrale nutzbar. All-in-One Smart Panel ersetzt zusätzliche Tablets.
- Matter Bridge für universelle Kompatibilität: Integriertes Matter Gateway verbindet Zigbee‑ & Wi‑Fi‑Geräte mit Apple Home, Google Home, Alexa & Home Assistant. Vereinheitlicht alle Marken und Protokolle für ein nahtloses Smart Home Erlebnis.
Raspberry Pi und Home Assistant
Der Raspi war - und ist teilweise - noch immer die bevorzugte Hardware vieler Home Assistant Nutzer. Er ist kompakt, vergleichsweise leistungsfähig, benötigt wenig Strom und war günstig zu haben.
Während der Chip-Krise stiegen die Preise für den beliebten Einplatinen-Computer in absurde Höhen. Ein Raspberry Pi 4 mit 4 GB RAM kostete teilweise knapp 200 €, so er denn überhaupt lieferbar war. Mittlerweile haben sich die Preise für den Raspi 4 mit 4 GB RAM, bei etwa 65 € eingependelt , was etwas höher ist, als vor der Chip-Krise.
Seit ein paar Wochen, ist auch der neue Raspberry Pi 5 lieferbar. Hier kostet das 4 GB Modell etwa 85€ und die Version mit 8 GB RAM etwa 95 € .

Das Interessante am Raspberry Pi 5 ist, dass er nicht nur leistungsfähiger ist, als der Vorgänger, sondern auch, dass er nun mit einer PCI express-Schnittstelle ausgestattet ist, welche den direkten Einsatz von NVMe (M.2) SSDs erlaubt. Dazu benötigt man noch ein passendes Shield, was zusätzlich mit etwa 20 € zu Buche schlägt und natürlich auch eine entsprechende M.2 SSD
Der Vorteil dieser Lösung ist, dass sie sehr viel schneller und stabiler läuft, als eine Micro-SD-Karte, wie sie beim Raspberry 3 und 4 häufig als Installationsziel eingesetzt wurde. Zwar konnte man auch hier SSDs nutzen. Diese waren aber per USB3.0 angebunden und es erforderte einigen Konfigurationsaufwand, damit das System auch von der SSD booten konnte.

Ich würde aus heutiger Sicht nicht mehr auf den USB3-SATA-Adapter und einen Raspi 4 setzen, außer, man hat noch einen herumliegen und will ihn unbedingt verwenden.
Rechnet man die Kosten für den Raspi 5, das SSD-Shield, SSD (250 GB sind mehr als ausreichend), Netzteil, Gehäuse usw. zusammen, kommt man auf etwa 180 € für das gesamte System. Das ist kein Pappenstiel, für eine doch relativ eingeschränkte Leistung.
Darum empfehle ich seit langer Zeit die nächste Variante:
Home Assistant auf günstiger, gebrauchter PC Hardware
Günstige refurbished Mini-PCs bekommt man heute an jeder Ecke. Die kompakten Rechner haben ebenfalls eine recht geringe Stromaufnahme, sind aber meist leistungsfähiger, als es selbst ein Raspberry Pi 5 ist. Außerdem hat man alles fix und fertig in einem gut gekühlten kompakten Gehäuse.
Einen solchen Mini-PC, mit einer älteren Intel i5 CPU, 8 GB RAM und 250 GB SSD, bekommt man häufig schon für unter 100 €. Modelle mit i7 CPU und 16 GB RAM gibt es bereits ab etwa 240 €.
Diese Rechner verfügen über ausreichend viele USB-Schnittstellen und sind eine ideale Basis für Home Assistant, wenn man z. B. auch Überwachungskameras per Frigate FrigateKI-basierte Überwachungskamera-Software mit Objekterkennung (Personen, Tiere, Fahrzeuge). Läuft komplett lokal und ist als Integration in Home Assistant nutzbarMehr dazu → etc. einbinden möchte, was einiges an Rechenleistung erfordert.
Wer möchte, kann darauf auch eine Virtualisierung wie Proxmox installieren und damit mehrere Anwendungen, wie NAS, Medienserver usw. schön voneinander getrennt - neben Home Assistant betreiben.
Ich halte diesen Weg für die geeignetste Lösung, wenn man keinen Raspi übrig hat und ein leistungsfähiges und stabiles Systems für Home Assistant möchte. Mit externen USB3-Festplatten kann man damit auch ein kleines NAS oder einen Backup -Server für die anderen Geräte im Haus aufbauen.
Dabei würde ich beim Kauf auch eher auf einen geprüften, refurbished PC setzen. Ich habe die Angebote bei Kleinanzeigen etwas beobachtet und es lohnt sich kaum, hier von privat zu kaufen.

Ebenfalls interessant, sind preiswerte oder ausgediente Notebooks. Hier hat man gleich zwei weitere Vorteile:
- Display, Tastatur und Touchpad sind Teil der Hardware und bieten somit im Notfall einen schnellen Zugriff auf die Konsole.
- Durch den Akku bekommt man praktisch eine eingebaute USV, die auch längere Stromausfälle überbrücken kann. Bei ausgeschaltetem Display, sind auch Notebook häufig sehr stromsparend
Home Assistant auf günstiger neuer PC-Hardware
Der Intel NUC war lange Zeit die Wahl, für Home Assistant auf kompakter, stromsparender PC-Hardware. Intel hat die Baureihe an ASUS verkauft. Es gibt noch Restbestände der Intel-NUCs, die bei überschaubarer Leistung trotzdem erst bei 260 € beginnen und bei weite über 600 € enden.
Für etwa 200 € gibt es zwischenzeitlich auch eine große Auswahl an Mini-PCs auf Intel Alder Lake N100 CPU-Basis. Leistungsstarke Mini PCs mit AMD Ryzen CPU und 16 GB RAM, findet man im Angebot hier häufig zu ähnlichen Preisen.
Auch diese Hardware würde ich einem Raspberry Pi vorziehen.
Der Mac Mini
Die Mac Minis mit Apple Silicon CPUs, sind kompakt, sehr sparsam und überraschend leistungsfähig. Nun ist es nicht unbedingt sinnvoll, einen Mac Mini speziell für Home Assistant anzuschaffen, da selbst refurbished Modelle noch mindestens 400 € kosten.

Aber vielleicht möchte man seinen alten Mac Mini gegen ein aktuelles M3 Modell tauschen? Dann kann der Mac Mini M1 oder M2 noch immer lange gute und sparsame Dienste als Home Assistant Plattform leisten.
NAS und Server
Viele NAS-Systeme sind heute so leistungsfähig, dass man Anwendungen darauf in Docker DockerContainer-Plattform zur Isolation von Anwendungen. Jeder Container enthält alle Abhängigkeiten und läuft unabhängig vom Host-System. Home Assistant Add-Ons, Frigate, Paperless-ngx und viele andere Self-Hosting-Dienste nutzen DockerMehr dazu → -Umgebungen oder gar als virtuelle Maschinen installieren und betreiben kann.
Hat man bereits ein geeignetes NAS-System mit entsprechender CPU und RAM, kann man Home Assistant auch darauf installieren. Allerdings sind diese Systeme vergleichsweise teuer und die Speicherung und Verteilung von Daten, sollte die primäre Anwendung zu sein.
Hier geht man auf jeden Fall den Weg über eine Installation von Home Assistant Core und der Add-On Add-OnZusätzliches Softwarepaket für Home Assistant OS/Supervised, installiert über den Add-On-Store (heißt in neueren HA-Versionen „Apps“). Läuft als eigener Container neben dem Core – z.B. das SSH-Add-OnMehr dazu → als einzelne Docker Container oder - sofern das NAS leistungsfähig genug ist - als virtuelle Maschine.

Ich betreibe Home Assistant als virtuelle Maschine auf einem HP ProLiant Microserver Gen 8 mit Intel E1230 V3 Xeon CPU, 16 GB RAM und 4 Platten plus SSD für das System. Diese Microserver gab es vor einigen Jahren lächerlich preiswert und die Leistung ist auch heute noch mehr als ausreichend.
Tipp: Sicherheit mit einem Cold Server
Ich nutze übrigens außerdem einen refurbished Mini-PC von Dell (ältere i5 CPU, 8 GB RAM, 256 GB SSD) als sog. Cold Server. Dieser ist mit Strom und Netzwerk verbunden, aber ausgeschaltet.
Darauf befindet sich die gleiche Proxmox-Umgebung wie auf dem (laufenden) produktiven Server. Alle paar Wochen, bekommt diese - samt Home Assistant - ein aktuelles Backup BackupUnabhängige Sicherung zur Wiederherstellung des gesamten Systems oder wichtiger Daten. Ein Home-Assistant-Backup ergänzt Git und ersetzt die Versionshistorie nichtMehr dazu → eingespielt. Sollte der Haupserver die Grätsche machen, kann ich innerhalb kürzester Zeit den Cold Server starten und habe alle Dienste wieder verfügbar. Einzig, den Zigbee Dongle muss ich umstecken und das letzte HA Backup einspielen, das bei mir täglich auf einem Microsoft OneDrive gespeichert wird.
Das geht natürlich auch ohne Proxmox. Einfach ein weiteres Gerät mit einer Home Assistant Installation ausstatten und im Havarie-Fall, das Backup des Hauptsystems einspielen.
Home Assistant Blue, Yellow und Green
Die Home Assistant Macher, haben selbst eine Reihe an Mini-Computern herausgebracht, die direkt auf HA zugeschnitten wurden. Es ging mit dem Blue, samt schickem Alu-Gehäuse los, der als Basis auf einem Odroid-Rechner setzte.

Dann kam der Yellow, mit dem Raspberry 4 Compute-Module, eingebautem Zigbee ZigbeeFunkaustauschstandard für Smarthome-Geräte. Stromsparend, dezentral (Mesh-Netzwerk) und herstellerübergreifend. Alternative zu WLAN, Matter und BluetoothMehr dazu → und M.2 Steckplatz. Allerdings war das Rapi-Modul wegen der Chip-Krise lange nicht lieferbar und damit auch der Yellow keine Alternative. Nun ist auch der Home Assistant Green am Start.
Der Home Assistant Green kommt mit eingebauter Zigbee-, Thread ThreadThread (Matter) – Funkprotokoll für Smarthome-Geräte, basierend auf IPv6. Bildet zusammen mit Matter die Kommunikationsbasis. Nicht zu verwechseln mit einem Diskussions-Thread in Foren oder sozialen Medien - und Matter MatterNeuer Smart-Home-Standard von Apple, Google, Amazon und der Connectivity Standards Alliance. Verspricht herstellerübergreifende Kompatibilität ohne Cloud-ZwangMehr dazu → -Unterstützung, kostet $99, ist aber im Vergleich zu seinen Vorgängern weniger leistungsfähig.

Alles waren und sind Plug-and-Play Lösungen mit vorkonfiguriertem Home Assistant. Man braucht also nur noch Strom und Netzwerk und kann mit Home Assistant loslegen.
Ob es ein wirklicher Vorteil ist, ein vorkonfiguriertes System für Home Assistant zu kaufen, sei einmal dahingestellt: Die eigentliche Komplexität bei HA entfällt nicht auf die Installation, sondern die Konfiguration und Wartung.
Stromverbrauch und Kosten eines Home Assistant Systems
Üblicherweise läuft der Home Assistant Server 365 Tage im Jahr rund um die Uhr. Darum ist der Stromverbrauch - gerade in Zeiten gestiegener Strompreise - ein Argument, das man nicht unterschätzen sollte.

Ein Raspberry Pi 5 mit NVMe und Zigbee-Stick, kann mit etwa 5 Watt angenommen werden. Das ist aber immer sehr davon abhängig, welche weiteren Add-Ons installiert sind.
5 Watt * 24h * 365 Tage = 0,005 * 24 * 365 = 45,8 kWh
Nimmt man einen Strompreis von 0,30 € pro kWh an, kommt man auf 13,40 € Stromverbrauch pro Jahr.
Ein moderner Mini-PC nimmt sich etwa 10 Watt aus dem Netz und kostet damit 27 € pro Jahr.
Der Raspberry Pi5 verbraucht zwar weniger Strom, als ein preiswerter Mini-PC, aber dessen niedrigere Anschaffungskosten relativieren den höheren Stromverbrauch, gegenüber dem Raspi, über Jahre.
NAS-Systeme und Server mit mehreren Platten wollen häufig schon 30 oder 50 Watt (je nachdem, wie gut der Spin-Down der Festplatten funktioniert) und schlagen dann schon mit 100 € pro Jahr oder mehr zu Buche.
Stromausfälle mit einer USV vermeiden
Ein plötzlicher Stromausfall fährt das System hart herunter. Nicht selten geht das mit Datenverlust oder korrupten Dateisystemen einher. Gerade bei einer Anwendung wie Home Assistant möchte man solche Ausfälle vermeiden. Daher sollte zu jeder Home Assistant-Installation auch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gehören.
Je nach eingesetzter Hardware, angeschlossenen Geräte und deren Stromverbrauch, sowie der gewünschten Überbrückungszeit, sollte man auch die Leistung der USV wählen.
Für einen Raspberry Pi mit SSD genügen auch die kleinsten Varianten mit 450 VA. Beim Raspberry kann man auch eine Powerbank als USV nutzen, sofern sie 3A Strom liefern kann.
Bei einer USV mit USB-Schnittstelle, kann man das System auch automatisch herunterfahren lassen, wenn auch die Ladung der USV zur Neige geht. Mit Home Assistant geht das mit der NUT-Integration ganz einfach. Dauert der Stromausfall länger, als die USV überbrücken kann, wird das System zuvor noch sauber heruntergefahren.
Das waren meine Tipps, für eine leistungsfähige und auch günstige Hardware-Grundlage für um Home Assistant und weitere Dienste.
Worauf läuft eure Home Assistant Installation und warum? Schreibt es in die Kommentare!
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