TL;DR:
Labels in Home Assistant sind mächtige Werkzeuge, um dein Smarthome übersichtlich und flexibel zu organisieren. Sie ermöglichen eine funktionale Gruppierung von Geräten, Automationen und mehr, sodass du dynamische, skalierbare Automationen erstellen kannst. Mit einer durchdachten Label-Strategie sparst du Zeit, vermeidest Chaos und steigerst die Effizienz deiner Smart-Home-Steuerung nachhaltig. Ich zeige Label-Strategien, Beispiel-Codes und gebe Anregungen.
Die Power von Labels in Home Assistant#
Je größer dein Smarthome wird, desto unübersichtlicher kann das System mit immer mehr Geräten, Sensoren und Automationen werden. Labels sind hier ein Schlüsselwerkzeug, das unabhängig von Raum oder Gerätetyp agiert. Du kannst nahezu alle Home Assistant Elemente – von Geräten über Entitäten bis zu Automationen oder Szenen – mit frei wählbaren Labels versehen.

Dadurch entsteht eine zweite, flexible Gliederungsebene. So kannst du eine Lampe aus dem Wohnzimmer gleichzeitig mit dem Label „Beleuchtung“ und „ Ambiente“ versehen und später in Dashboards oder Automationen gezielt filtern oder ansprechen.
Labels dienen als hilfreiche Schlagwörter, die deine Smart-Home-Struktur klarer machen und dir die tägliche Steuerung vereinfachen. Mit einer klaren Label-Strategie, musst du praktisch nie mehr Geräte mit sensor.wohnzimmer_temperatur oder light.kueche_wand einzeln und umständlich ansprechen.
Automationen mit Labels – dynamisch, flexibel und wartbar#
Der größte Vorteil von Labels zeigt sich bei Automationen. Anstatt starr einzelne Geräte zu benennen, verwendest du Labels als dynamische Filter, um alle zugehörigen Entitäten gleichzeitig zu steuern.
Beispiel: Gute-Nacht-Routine
Du möchtest beim Schlafengehen folgende Aktionen ausführen:
- Alle Lampen ausschalten
- Rollläden schließen
- Bestimmte Steckdosen ausschalten
- Den Fernseher ausschalten
- Den „Schlafmodus“ aktivieren
Das können in der Praxis sehr viele einzelne Entitäten sein. Zig Lampen, PC sauber herunterfahren, Garagentor schließen, Haustüre mit Smartlock abschließen, Thermostate herunterregeln etc. etc.
Statt jede Entität einzeln in der Automation zu listen, versiehst du alle relevanten Geräte mit dem Label „Gute Nacht“. Deine Automation steuert dann automatisch genau alle Entitäten mit diesem Label — egal ob Lampen, Covers, Switches, Thermostate oder Input-Booleans.
Das bringt folgende Vorteile:
- Neue Geräte werden einfach per Label hinzugefügt, ohne die Automation anpassen zu müssen, und werden sofort von der Automation berücksichtigt.
- Die Automation bleibt übersichtlich und wartbar.
- Du kannst unterschiedliche Gerätetypen in einem gemeinsamen Szenario steuern.
Diese Methode vereinfacht nicht nur die Pflege, sondern macht deine Automationen skalierbar und vielseitiger.
Kommen neue Geräte hinzu, vergibst du einfach passende Labels und schon werden sie in Automationen, Skripts etc. einbezogen – ganz ohne weitere Anpassungen oder Programmierung. Das spart Zeit, vermeidet Fehler und lässt dein Home Assistant Smarthome sehr viel intelligenter und nützlicher werden.
Best Practices für Labels - wie, wie nicht und warum#
Die häufigsten Fragen zum Thema “Home Assistant Labels” drehen sich um die sinnvolle und korrekte Verwendung. Natürlich hängt es immer von der individuellen Anforderung ab, aber ich würde diese Regeln für Home-Assistant-Labels vorschlagen:
- Klare, kurze Begriffe: Verwende verständliche Labels wie „Beleuchtung“, „Heizung“ oder „Gute Nacht“.
- Einheitliche Sprache: Nutze konsequent Deutsch oder Englisch (oder deine Muttersprache), um Verwirrung zu vermeiden.
- Funktion statt Ort: Räume und Stockwerke sind als Bereiche in Home Assistant angelegt – Labels sollten Funktionen oder Szenarien widerspiegeln (eine Ausnahme kommt weiter unten!).
- Sparsame Vergabe: Verwende nicht zu viele feingranulare Labels, sondern halte sie übersichtlich.
- Regelmäßiges Aufräumen: Entferne veraltete oder doppelte Labels für mehr Übersichtlichkeit.
- Nutze Labels in Automationen: Ersetze harte Zuordnungen wie z. B. light.wohnzimmer_decke durch Label-basierte Filter ( Bereich: Wohnzimmer, Labels: Licht, Decke), um Automationen flexibel zu halten.
Beispiele guter Labels und warum sie funktionieren#
Label-TypBeispieleWarum sinnvoll?FunktionBeleuchtung, Sicherheit, Heizung, Steckdose, Jalousie, Temperatur, KlimaKlar und thematisch gruppierend.NutzungsszenarienGute Nacht, Abwesenheit, Energiesparen, NotlichtFür kontextbezogene Automationen.TechnologieZigbee-Gerät, Batteriegerät, WLAN, ESPHome, BluetoothErleichtert Wartung und Fehlerdiagnose.GerätetypSensor, Switch, Cover, ThermostatHilft bei der Verwaltung verschiedener Geräte.
Negative Beispiele für Home Assistant Labels und deren Probleme#
Oft wird einem schneller klar, was gute Labels sind, wenn man sieht, was schlechte Labels sein können.
Label-BeispieleWarum problematischDinge, Sonstiges, Geräte z. B. PC Markus BüroZu unspezifisch – bieten keine sinnvolle Gruppierung. Lösung: Bereich: Büro, Labels: Computer, MarkusZu granular: „Licht Esszimmer Wand“Schwer zu merken, keine sinnvolle Gruppierung. Gleiches lässt sich mit Bereich “Esszimmer”, Labels: Licht, Wand erreichen und ist viel flexiblerSprachmix: „Licht“ + „Light“Verwirrend, schränkt Filterbarkeit ein.Zu viele Labels pro GerätErschwert Wartung und Übersicht. Jede Anwendung sollte mit max. 10 Labels auskommen.
Automationsbeispiel mit Labels#
Hier habe ich eine beispielhafte Automation für eine “Gute Nacht” Routine. Diese muss natürlich nicht per Zeit ausgelöst werden. Sinnvoller ist ein Sprachbefehl “Gute Nacht” oder eine Taste, die man neben dem Bett hat, um zeitlich flexibel zu bleiben – sonst steht man in der Silvesternacht um 22:30 Uhr im Dunkeln. :-)
alias: Gute Nacht Routine
description: Alle Geräte mit Label "Gute Nacht" in den Nachtmodus versetzen
trigger:
- platform: time
at: '22:30:00' # Auslöser: Tägliche Uhrzeit für die Gute-Nacht-Routine
condition:
- condition: state
entity_id: input_boolean.schlafmodus_aktiv
state: 'off' # Bedingung: Nur starten, wenn der Schlafmodus noch nicht aktiviert ist
action:
# Schlafmodus aktivieren
- service: input_boolean.turn_on
target:
entity_id: input_boolean.schlafmodus_aktiv
# Alle Entitäten mit dem Label "Gute Nacht" ausschalten
- service: homeassistant.turn_off
target:
entity_id: >
{{ states
| selectattr('attributes.labels', 'defined') # Nur Entitäten mit Labels
| selectattr('attributes.labels', 'search', 'Gute Nacht') # Filter auf Label "Gute Nacht"
| map(attribute='entity_id') | list }} # Liste der Entity IDs
# Alle Rollläden mit Label "Gute Nacht" schließen
- service: cover.close_cover
target:
entity_id: >
{{ states.cover
| selectattr('attributes.labels', 'defined')
| selectattr('attributes.labels', 'search', 'Gute Nacht')
| map(attribute='entity_id') | list }}
# Sanfte Nachtbeleuchtung aktivieren (Beispiel-Skript, siehe unten)
- service: script.turn_on
target:
entity_id: script.nachtbeleuchtung # Code dafür: siehe unten!
mode: single
In der Automation oben, wird am Ende ein Home Assistant Skript aufgerufen, das für sanftes und warmes Licht in Flur und Treppenhaus sorgt, sobald der “Gute Nacht” Modus aktiviert wird.
Es ist grundsätzlich eine gute Idee, eine solche Automation mit Skripts zu erstellen, die verschiedene Funktionen kapseln. Damit wird die Automation übersichtlicher und der ganze Ablauf wartbarer, wenn Anforderungen hinzukommen oder wegfallen. Zudem kann man das Skript wiederverwenden, um z. B. genau dieses Ambiente-Licht über einen Bewegungsmelder zu starten oder bei Abwesenheit einzuschalten. Einmal gebaut – mehrfach verwendbar und deutlich übersichtlicher.

In diesem Skript nutzen wir außerdem Bereiche. Damit lässt sich gezielt steuern, wo das Ambient-Licht aktiviert werden soll. Es zeigt auch, dass man keine Labels wie “Flur” oder “EG” benötigt. Dafür legt man einfach Bereiche und Stockwerke an und nutzt diese in den Automationen.
alias: Nachtbeleuchtung
description: Sanftes Dimmen der Flur- und Treppenhauslampen mit Label "Ambiente" im Flur- und Treppenhausbereich für Nachtmodus
sequence:
- service: light.turn_on
target:
entity_id: >
{{ states.light
| selectattr('attributes.labels', 'defined')
| selectattr('attributes.labels', 'search', 'Ambiente')
| selectattr('attributes.area_id', 'in', ['flur', 'treppenhaus'])
| map(attribute='entity_id') | list }}
brightness_pct: 10 # Helles Dimmen auf 10 % für sanfte Beleuchtung
color_temp: 370 # Warmes Licht
- delay: '00:30:00' # Nach 30 Minuten automatisch ausschalten
- service: light.turn_off
target:
entity_id: >
{{ states.light
| selectattr('attributes.labels', 'defined')
| selectattr('attributes.labels', 'search', 'Ambiente')
| selectattr('attributes.area_id', 'in', ['flur', 'treppenhaus'])
| map(attribute='entity_id') | list }}
mode: single
Schlaue, weniger offensichtliche Anwendungen für Labels#
- Wartungsstatus: Labels wie „Batterie“ für gezielte Benachrichtigungen bei schwachen Batterien.
- Priorisierung: „Primärsensor“ markiert die wichtigste Quelle bei Mehrfachsensoren, also z. B. die Temperatur.
- Temporäre Szenarien: saisonale Labels wie „ Weihnachtsbeleuchtung“, „Sommermodus“ oder " Feier"
- Netzwerk-Typ: „Zigbee-Router“, „WLAN-Gerät“ für Fehlerdiagnose.
- Sicherheit: Fensterkontakte, Rauchmelder, Kameras, um Alarmfunktionen zu erstellen.
- Notstrom: Alle Geräte, die bei einem Stromausfall abgeschaltet werden können, damit der Batteriespeicher länger hält. Gleichzeitig werden alle Lichter mit dem Label " Notlicht" aktiviert (hier wählt man natürlich nur wenige mit niedrigem Stromverbrauch aus).
- Wartung: Einrichtungen wie Jalousien, Fenster, Türen, Rauchmelder, Hebeanlage, Dunstabzug etc. kann man mit diesem Label versehen, um Benachrichtigungen zu erhalten, dass man sie schmieren, reinigen, einstellen oder kontrollieren soll.
Diese erweiterten Anwendungen machen Labels zu einem multifunktionalen Werkzeug, das weit über einfache Gruppierungen hinausgeht.
Wann Orts-Labels sinnvoll sind#
Eigentlich sollte man Ortbezeichnungen wie “Wohnzimmer” oder “Erdgeschoss” nicht als Label, sondern als Bereich anlegen. Es gibt aber eine Ausnahme, denn Bereiche können derzeit nicht verschachtelt werden und man kann einer Entität auch nur einen einzigen Bereich zuordnen. Das ist zwar grundsätzlich sinnvoll, weil ein Gerät normalerweise auch nur in einem Bereich sein kann (außer es ist mobil).

Möchte man jedoch effizient alle Entitäten ansprechen, die im Haus sind, müsste man alle Bereiche, die sich im Haus befinden, in die Automation einbeziehen und diese explizit aufführen und benennen. An dieser Stelle würde es ein Label „Innen“ sehr vereinfachen, und wenn man schon dabei ist, macht man auch noch ein Label »Außen«.
ABER:#
Das „Innen“- und „Außen“-Label muss man nicht jeder Entität zuweisen, für die es zutreffend ist, denn man kann auch Bereiche labeln:
Warum ist das besser, als jeder einzelnen Entität das Label Außen/Innen zu vergeben? Ganz einfach: Man muss es nur einem Bereich zuweisen. Fügt man eine neue Entität einem Bereich hinzu, kann sie ganz einfach in eine Außen/Innen Automation einbezogen werden, ohne dass sie selbst explizit über das entsprechende Label verfügt.
Beispiel gefällig?
Ihr habt Bereiche wie Garten, Gerätehaus, Gartenhaus, Garage angelegt, die sich alle im Außenbereich befinden. Nun möchtet ihr das Licht in all diesen Bereichen gleichzeitig einschalten. Mit einem Label “außen”, das man allen Bereichen zuweist, auf die das zutrifft, kann man alle mit “Licht” gelabelten Entitäten ganz einfach gemeinsam schalten, ohne dass man alle Bereiche in der Automation ansprechen muss.
Schon ist man wieder deutlich flexibler, und wenn ein neuer Bereich hinzukommt, ordnet man ihm einfach das Innen/Außen-Label zu.
Beispiel für eine Automation, in der Bereiche über ihr Label angesprochen werden:
alias: Alle Innen-Lampen schalten
description: Schaltet alle Lampen mit Label "Licht" in Bereichen mit Label "Innen"
trigger:
- platform: state
entity_id: input_boolean.licht_an # Wenn dieser Schalter umgelegt wird
condition: []
action:
- service: light.toggle # Schalte die Lampen an oder aus (umschalten)
target:
entity_id: >
{{ states.light
| selectattr('attributes.labels', 'defined') # Nur Lampen mit Labels
| selectattr('attributes.labels', 'search', 'Licht') # Lampe muss Label "Licht" haben
| selectattr('area_id', 'defined') # Nur Lampen mit zugeordnetem Bereich
| selectattr('area_id', 'in', # Nur Bereiche, die folgendes Label haben:
[area.area_id for area in state_attr('area_registry', 'areas') # Liste aller Bereiche
if 'Innen' in (area.attributes.labels | default([]))] # Filter: Bereiche mit Label "Innen"
)
| map(attribute='entity_id') | list }} # Liste der passenden Entitäten (Lampen)
mode: single
Die Zeile selectattr(‘attributes.labels’, ‘defined’) dürfte auf den ersten Blick überflüssig erscheinen, schließlich wird dann ja ohnehin nach einem Label gefiltert. Der Sinn dieses Filters ist, dass zunächst alle Entitäten aussortiert werden, die gar kein Label haben. Das ist eine Sicherheitsfunktion und sorgt für stabile und korrekte Filterergebnisse.
Ein Auszug meiner Labels und deren Funktion als Anregung für die eigene Label-Strategie
LabelFunktion/VerwendungSteckdosealle per LCN geschalteten SteckdosenBeleuchtungalle Lampen, LED-Streifen, Hue etc.JalousienJalousien, GaragentorAutomationBekommen Entitäten, die in einer Weise automatisiert sind – gut für Fehlersuche bei seltsamen VerhaltenSprachePer Sprache steuerbarNachrichtSoll in Benachrichtigungen einbezogen werdenPushSoll in Push-Nachrichten enthalten seinMailSoll in Mail-Nachrichten enthalten seinDashboardEntitäten, die automatisch in Dashboards erscheinen sollenFreiEntitäten, die an Feier- und Urlaubstagen berücksichtigt werden sollenWeihnachtenWeihnachtsbeleuchtungHalloweenKinderschreckDimmbarLampen, die dimmbar sindColorLampen, die sich in der Farbe steuern lassenDekolichtWeihnachtsbeleuchtung etc.DeckeLampen an der DeckeWandLampen an der WandFensterJalousien an Fenstern, Fensterkontakte, WartungTüreJalousien an Türen (damit man sich nicht aussperrt), smarte Türschlösser, WartungWartungGeräte/Einrichtungen, die regelmäßig gewartet werden müssenBatterieAlle batteriebetriebenen GeräteNotstromVerbraucher, die bei Notstrombetrieb abgeschaltet werden sollenNotlichtLampen für Notbeleuchtung bei StromausfallPflanzenPflanzenleuchten, BewässerungWichtigEntitäten, die auf jeden Fall verfügbar sein müssen und deren Status überprüft und benachrichtigt wirdNord, Ost, Süd, WestEntitäten, die sich auf dieser Seite im oder am Haus befinden (“beleuchte alle Fenster und die Hauswand auf der Nordseite …")MarkusAlle Entitäten, die ausgeschaltet werden können, wenn ich nicht zu Hause bin (Studio, Werkstatt), oder die in meinen Dashboards erscheinen sollenLeistungGeräte mit hohem StromverbrauchSicherheitFensterkontakte, Schlösser, Brandmelder, Frigate Bewegung, BewegungsmelderMultimediaTV, Receiver, Verstärker, Lautsprecher etc.WLANWLAN-GeräteZigBeeZigBee‑Geräte – die Kombination ZigBee & Steckdose schließt z. B. smarte, nicht fest installierte Steckdosen mit ein, ohne dass man dafür ein eigenes Label benötigt.BTBluetoothRFRF433/866 Funk-GeräteESPHomeESPHome GeräteMatterMatter GeräteLCNLCN Issendorff GebäudesteuerungAqaraAqara SensorenXSenseRauchmelder, CO-Melder von XSenseSwitchbotSwitchbot Curtain, Fan, Smart Lock etc.Shelly… und viele mehr :-)
Ergänzende Aspekte zu Labels in Home Assistant – Grenzen, Risiken und fortgeschrittene Nutzung#
Leistungsgrenzen und organisatorische Herausforderungen#
Bei kleinen bis mittleren Installationen funktionieren Labels in Home Assistant ausgesprochen gut und flexibel. Sobald jedoch Hunderte oder gar Tausende von Entitäten mit Labels verbunden sind, können einige Herausforderungen auftreten:
- Übersichtlichkeit leidet: Die Vielzahl an Labels kann schnell den Überblick erschweren. Wenn beispielsweise viele unterschiedliche Labels für ähnliche Funktionen genutzt werden, verliert man leicht die Konsistenz und Übersicht.
- Performance bei Filterabfragen: Komplexe Filter, die viele Entitäten mit bestimmten Labels abfragen, können die Systemperformance beeinträchtigen, vor allem auf ressourcenschwächeren Geräten. Es ist sinnvoll, Labels möglichst klar, einheitlich und sparsam zu vergeben.
Unterschied zwischen Labels und Kategorien#
Home Assistant unterscheidet zwischen Labels und Kategorien, die zwar ähnlich klingen, aber unterschiedliche Anwendungsfälle haben:
- Kategorien sind meist festgelegte Gruppen, in der Regel kann eine Entität nur einer Kategorie zugeordnet werden. Sie dienen vor allem der Klassifikation.
- Labels sind flexibel, eine Entität kann mehrere Labels tragen, was komplexe, dynamische Gruppierungen ermöglicht. Daher sind Labels für dynamische Automationen und vielseitige Filter grundsätzlich mächtiger. Dennoch sollte man die Unterschiede kennen, um sie sinnvoll einzusetzen.
Eingeschränkte Unterstützung und Kompatibilität#
Nicht alle Integrationen oder Funktionen in Home Assistant unterstützen Labels in gleichem Maße. Manche Automationen, Dashboards oder Drittanbieter-Tools erkennen Labels bisher nicht vollständig oder verarbeiten sie unterschiedlich. Dies sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Risiken bei der Nutzung von Labels für Steuerungen#
Labels sind mächtig, bergen jedoch auch Risiken, wenn sie unbedacht eingesetzt werden:
- Ungewollte Steuerung vieler Geräte: Eine Automation, die z.B. alle Geräte mit dem Label „Licht“ ausschaltet, könnte versehentlich auch Server, Mediageräte oder kritische Sensoren betreffen, wenn diese das Label tragen. Hier ist es wichtig, Labels präzise und gezielt einzusetzen und Automationen vor dem Rollout gründlich zu testen.
- Fehler durch doppelte oder veraltete Labels: Ohne regelmäßige Pflege sammeln sich mit der Zeit veraltete Labels an oder Entitäten tragen mehrfach ähnliche Labels. Dies kann zu unvorhersehbarem Verhalten und fehlerhaften Automationen führen. Ein regelmäßiges Aufräumen und eine konsequente Label-Strategie sind daher unerlässlich.
Wann Labels nicht sinnvoll sind#
Wenn du nur eine Entität steuern willst, ist es weniger sinnvoll, das über Labels zu tun. Der Filter, um Labels und Bereiche auszuwählen, ist in diesem Fall zu aufwendig und benötigt auch mehr Ressourcen. Manchmal möchte man auch absolut zielgerichtet automatisieren und jegliche Eventualität, durch falsche Filter etc. ausschließen. Auch hier ist die direkte Nutzung der Entität sinnvoll.
Erweiterte Einsatzmöglichkeiten von Labels#
Neben der klassischen Nutzung für Geräte und Entitäten können Labels auch für andere Home Assistant Elemente eingesetzt werden:
- Automationen, Skripte und Szenen: Labels können hier für bessere Übersichtlichkeit und gezielte Steuerung genutzt werden, z.B. „Energiesparen“, „Abwesenheit“ oder „Feiertag“.
- Bereiche und Etagen: Labels können Bereiche ergänzen, etwa zur Gruppierung über mehrere Bereiche hinweg oder für Szenarien, die mehrere Etagen erfassen.
Labels in der Benutzeroberfläche und im Monitoring#
- Dynamische Filter in Dashboards: Labels ermöglichen es, Geräte oder Entitäten in Dashboards dynamisch zu gruppieren, z.B. alle batteriebetriebenen Sensoren oder alle sicherheitsrelevanten Geräte anzuzeigen.
- Gezielte Überwachung: Mit Labels lassen sich gezielt Gruppen für Monitoring, Benachrichtigungen oder Fehlersuche bilden, was die Wartung vereinfacht.
Migration und Nachpflege bei bestehendem System#
Das Einführen einer umfassenden Label-Strategie nachträglich in ein vorhandenes Home Assistant System kann eine größere Herausforderung sein:
- Man muss alle bestehenden Entitäten händisch kontrollieren und mit passenden Labels versehen.
- Der initiale Aufwand lohnt sich jedoch langfristig durch vereinfachte Automationspflege und übersichtlichere Systemstruktur.
Empfehlung für sinnvolle Namenskonventionen#
Eine einheitliche und konsequente Benennung von Labels und Entitäten erleichtert die Orientierung enorm. Es empfiehlt sich, analog zur Label-Strategie auch die Geräte-IDs und Automationsnamen klar und nachvollziehbar zu vergeben, um die Übersicht auch bei komplexen Setups zu erhalten.
Überlege genau, was der konkrete Einsatzzweck für ein neues Label wäre und ob du diese Funktionalität nicht auch anders und mit bereits vorhandenen Labels realisieren könntest.
Diese ergänzenden Hinweise helfen dir, typische Fallstricke zu vermeiden, Grenzen zu erkennen und das volle Potenzial von Labels für eine flexible und skalierbare Smart-Home-Steuerung mit Home Assistant auszuschöpfen.
Fazit#
Labels und Bereiche sind ein unterschätztes, aber entscheidendes Werkzeug in Home Assistant. Durch ihre flexible Zuweisung können sie die Übersichtlichkeit erheblich verbessern und Automationen mächtiger, wartbarer und zukunftssicher machen.
Gerade wenn du Geräte verschiedener Typen in einer Szene oder Automation zusammenfassen willst, sind Labels die perfekte Lösung – etwa für eine umfassende „Gute Nacht“-Routine. Dabei ist eine konsistente, klare und möglichst funktionale Label-Strategie entscheidend, um dauerhaft den Überblick zu behalten und dein Smarthome zu automatisieren. Hat man allen Entitäten entsprechende Labels zugeordnet, muss man sie nie mehr mit sensor.wohnzimmer_temperatur oder light.kueche_wand ansprechen.
Damit hört der Nutzen von Labels und Bereichen nicht auf, denn man kann sich auch für die Erstellung von Dashboards nutzen, um etwa neue Entitäten mit dem Label “Dashboard” automatisch hinzufügen zu lassen.
Der größte Nutzen ist aber, dass neue Automations-Ideen nicht an einem unüberschaubaren Aufwand scheitern, weil man erst alle Entitäten und deren Bezeichnungen heraussuchen muss. Ich kann mittlerweile nahezu alle Automationen ausschließlich mit Labels und Bereichen steuern.
Wichtige Links zum Thema:
Doku zu Bereichen und Labels: https://www.home-assistant.io/docs/areas-and-labels/labels
Doku zur Verwendung von Skripts: https://www.home-assistant.io/docs/scripts/