Warum schreibe ich hier eigentlich über das Schreiben? Ganz einfach: weil ich viel schreibe! Praktisch alles, für das ich mich interessiere und mit dem ich mich beschäftige, hat das Zeug zu einem Blogbeitrag. Daher war es für mich schon immer wichtig, alle Ideen, Gedanken, Anleitungen, Rückschläge, Gelerntes etc. so schnell und einfach festzuhalten, dass ich daraus ebenso schnell einen Blogpost erstellen kann. Ich habe so viele Interessen, beschäftige mich privat wie beruflich mit so vielen Dingen, dass ich mir das alles einfach nicht merken kann.
Darum beschäftige ich mich auch schon viele Jahre mit Wissensmanagement, Digital Gardening, PKM PKMPersonal Knowledge Management – Methode und Toolset zur persönlichen Wissensorganisation. Beliebte PKM-Tools: Obsidian, Notion, Logseq. Ziele: besseres Verstehen, Verknüpfen und Wiederfinden von InformationenMehr dazu → und wie man das alles gerade sonst nennt. Allerdings hat das, was als Werkzeug und als Erleichterung gedacht war, absurde Züge angenommen.
Dabei ist Obsidian ObsidianNotiz-App mit lokalem Markdown-Speicher und bidirektionalen Links. Beliebt für persönliches Wissensmanagement. Open Source, mit großer Plugin-Community. Speichert Daten als lokale Markdown-Dateien – keine Cloud-AbhängigkeitMehr dazu → nicht das Problem. Im Gegenteil: Obsidian ist ein hervorragendes Werkzeug. Es speichert Notizen in Markdown MarkdownVereinfachte Auszeichnungssprache für Text, die mit einfachen Zeichen wie #, *, [] arbeitet. Wird von Hugo, Obsidian, GitHub, Notion und vielen anderen Tools verwendet. Die Inhalte auf fricklr sind alle in Markdown geschriebenMehr dazu → , lässt sich flexibel erweitern und zwingt dich nicht in eine bestimmte Arbeitsweise. Genau diese Offenheit ist aber auch seine größte Versuchung. Du kannst daraus ein einfaches Notizbuch machen oder ein komplett überzüchtetes Betriebssystem für dein Leben. Beides ist möglich.
SONOFF AirGuard TH SNZB-02DR2 Zigbee-Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor
- [3.6'' Großes LCD-Display mit täglichen Höchst- und Tiefstwerten] Das große LCD bleibt aus mehreren Metern Entfernung klar lesbar – ideal auch für Senioren. Zeigt umfangreiche Informationen auf einen Blick: Echtzeitdaten (alle 5 s aktualisiert), 24-Stunden Max/Min-Werte und Komfortstufen.
- [App-Überwachung in Echtzeit & Benachrichtigungen] Überwachen Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit per App aus der Ferne, mit einer Reichweite von bis zu 120 m. Erhalten Sie sofortige Warnmeldungen, sobald Werte Ihren festgelegten Komfortbereich überschreiten.
WOLFBOX MegaFlow 50 Electric Air Duster
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Amazfit Active Max 48mm Smartwatch 1,5 Zoll AMOLED-Display
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- 𝐁𝐢𝐠𝐠𝐞𝐫 𝐁𝐚𝐭𝐭𝐞𝐫𝐲, 𝐌𝐚𝐱 𝐄𝐧𝐝𝐮𝐫𝐚𝐧𝐜𝐞: Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 25 Tagen begleitet dich die Active Max Tag und Nacht – ideal für deinen Alltag, Training und Outdoor-Abenteuer.
Stell dir vor, du gehst in deine Werkstatt, weil du einfach ein Regal an die Wand schrauben willst. Du greifst nach dem Akkuschrauber. Aber anstatt einfach zwei Löcher in die Wand zu bohren, zwei Dübel hineinzustecken und zwei Schrauben hineinzuziehen, hältst du inne. Der Schrauber hat schließlich nur einen Akku. Ein zweiter Akku wäre nicht nur für die Balance besser, sondern würde auch mindestens 400 Schrauben schaffen, man weiß ja nie. Und wo wir schon dabei sind: Wie wäre es mit einem vergoldeten Handgriff, weil es gut aussieht? Eine integrierte Espressomaschine für die Schaffenspausen? Ein automatisches Dübel-Magazin und ein Ultraschallsensor, der selbstständig erkennt, ob die Wand tragfähig ist?
Drei Wochen später stehst du immer noch in der Werkstatt. Du hast einen Monster-Schrauber gebaut, der 4,5 Kilo wiegt, im Dunkeln grün leuchtet, 700 Schrauben am Stück schafft und perfekten Espresso brüht. Die Ultraschall-Erkennung läuft fabelhaft und das 3D-gedruckte Dübel-Magazin beherbergt 1100 Dübel.
An der Wand hängt immer noch kein Regal. Aber du hast verdammt viel gelernt über Akku-Technik, den optimalen Druck für die Kaffeeextraktion (ich wollte schon immer mal ein Wort mit drei ’e’ hintereinander schreiben) mit dem Siebträger und über Dichteunterschiede in Beton- und Ton-Lochziegeln. Du hast natürlich 5 verschiedene Slicer für deinen 3D-Druck getestet und festgestellt, dass der aktuelle 3D-Drucker nicht mit deiner Schaffenskraft Schritt halten kann.
Willkommen in der Welt von Personal Knowledge Management (PKM), Zettelkasten-Fanatikern und der täglichen Obsidian-Selbstoptimierung. Natürlich inklusive der üblichen Influencer, die dir den einzig wahren Weg in den Digital Garden weisen. Natürlich mit Obsidian-Komplettkurs für 49 €, statt später 199 €.
Die Graph-View-Galaxie: hübsch, beeindruckend und nicht automatisch nützlich
Es gibt in den einschlägigen Foren und Subreddits einen wiederkehrenden Klassiker: den Screenshot des Obsidian Graph Views. Tausende kleine, bunt leuchtende Punkte, die über filigrane Striche miteinander verbunden sind. Das Ganze sieht aus wie die Simulation einer Galaxie, das neuronale Netz eines Supercomputers oder das Labor des Todessterns.
Der Ersteller postet das Bild meist mit einer Mischung aus Stolz und Ehrfurcht: Schaut her, mein zweites Gehirn! In nur neun Monaten habe ich 18.000 Atomic Notes erschaffen!
Die harte Realität dahinter? Für mich ist der globale Graph-View vor allem hübsches Deko-Material für Social Media. Er kann Zusammenhänge sichtbar machen, wenn der Ausschnitt klein genug und die Daten sinnvoll gepflegt sind. Ein Graph mit 18.000 Punkten hilft mir dagegen nicht beim Schreiben, Planen oder Lösen eines Problems. Er sieht beeindruckend aus, beweist aber zunächst nur, dass viele Dateien miteinander verbunden sind. Ich bin produktiv!
Es herrscht der Irrglaube, dass jede Notiz krampfhaft mit fünf anderen verlinkt sein muss. Ein Netz um des Netzes willen.
Dabei ist es völlig okay, wenn eine Notiz verwaist in einem Ordner liegt. Notizen sind Speicherorte für Informationen, keine sozialen Wesen. Sie müssen keine Freunde finden. Wenn du wissen willst, was deine Ideen und Anforderungen zum Projekt XY waren, brauchst du nicht 20 andere Verlinkungen.
Der eigentliche Witz an der Sache ist nämlich: Das mächtigste Werkzeug in jeder Textwüste ist schlicht und ergreifend eine funktionierende Volltextsuche. Oder im Jahr 2026: eine kleine, lokale KI, die deine Markdown-Dateien durchsucht und dir deine Fragen auf den Punkt beantwortet. Wenn du eingeben kannst “Was waren die Ideen zum Projekt XY?” und in 0,4 Sekunden passende Antworten bekommst, ist es zunächst egal, ob diese Notiz jemals einen manuellen Backlink gesehen hat oder in einer “Map of Content” eingetragen war. Eine Suche nimmt dir einen Teil des Sortierens ab. Du musst nur aufhören, sie durch manuelle Buchhalter-Arbeit zu imitieren.
Niklas Luhmann , einer der bekanntesten Vertreter der Zettelkastenmethode, hatte zu seiner Zeit keine andere Möglichkeit zum Wissensmanagement. Ich glaube aber, dass ihn eine KI-Suche über seine Notizen mehr als begeistert hätte.
Ach so: Ja, unter meinen Posts findet man auch einen Content-Graph. Anstatt der üblichen “Das könnte dich auch interessieren”-Listen habe ich mich für einen Graphen entschieden. Der Unterschied ist der Zweck. Er zeigt nicht meinen gesamten Datenbestand, sondern eine kleine, thematisch gefilterte Auswahl möglicher Zusammenhänge. Der Graph ist dort kein Statussymbol, sondern eine Navigation für Leser. Nicht die Darstellung macht ihn nützlich, sondern die Auswahl und der Kontext. Tatsächlich wird dieser Graph mehr als fünfmal so oft geklickt wie die üblichen Formate für verwandte Posts.
Der “Atomic Notes”-Wahn: Tausend Schnipsel, null Durchblick
Ein weiteres Dogma, das gebetsmühlenartig durch die Zettelkasten-Bubble getrieben wird, ist das Prinzip der Atomic Notes. Jede Notiz darf nur genau einen einzigen Gedanken enthalten. Nicht zwei, nicht drei. Einen.
Atomic Notes können sinnvoll sein, wenn einzelne Gedanken unabhängig wiederverwendet werden sollen. Sie sind aber kein Naturgesetz. In der Praxis kann das Prinzip auch zu einer absurden Fragmentierung führen. Du hast am Ende hunderte winzige Mikronotizen, Snippets und Fragmente. Wenn du wissen willst, wie ein bestimmtes Thema zusammenhängt, klickst du dich durch eine Kaskade aus 20 verlinkten Zetteln, auf denen jeweils zwei Sätze stehen. Aber die reine Zettelkastenlehre sagt ja, dass man diese Notizen anschließend in einer neuen Notiz ausformulieren soll. Wer hat dazu Zeit und Lust?
Wer hat eigentlich behauptet, dass lange Notizen etwas Schlechtes sind?
Man darf schlicht und ergreifend ein einziges, langes Dokument schreiben. Untereinander. Mit Überschriften, Listen und Absätzen. Scrollen ist keine Schande und erfordert deutlich weniger geistigen Overhead als das ständige Navigieren durch ein selbstgebautes Hypertext-Labyrinth. Das gilt für Webseiten genauso. In einer Welt, die nur noch swiped und doom-scrollt, ist der schnelle Überblick wichtiger als tolle Strukturen.
In einer langen Notiz siehst du den Kontext auf einen Blick, ohne vorher fünf Backlinks abklappern zu müssen. Aber klar: So etwas baut man in der Obsidian-Ultra-Welt mit Dataviews. Nur diese Dataviews sind eine Obsidian-Funktion und nicht überall verfügbar. Wenn du dich stark darauf verlässt, wird der größte Vorteil von Markdown, nämlich die Plattformunabhängigkeit, zumindest teilweise eingeschränkt.
Strukturelle Selbstbeschäftigung und Fake-Produktivität
Warum machen wir das überhaupt? Warum verbringen kluge Menschen Stunden damit, Canvas-Boards zu zeichnen, Dataview-Abfragen für Notizen vom letzten Dienstag zu schreiben und CSS-Themes anzupassen?
Weil unser Gehirn schnelle Belohnungen mag und noch immer ein alter Mechanismus in uns steckt: Schmerz vermeiden, Belohnung erhalten.
Wenn du ein Dashboard fertigstellst, ein Template baust oder 50 Notizen neu verschlagwortest und vereinheitlichst, schüttet dein Gehirn Dopamin aus. Es fühlt sich exakt so an, als hättest du gerade etwas wirklich Wichtiges erreicht. Das Gefühl von Ordnung erzeugt die Illusion von Fortschritt.
Das ist eine elegante Form der Prokrastination: strukturelle Selbstbeschäftigung. Übrigens ist das kein Phänomen, das sich auf Knowledge Management beschränkt. Es ist in größeren Firmen, bei Behörden und in der Verwaltung zu finden. Strukturelle Selbstbeschäftigung ist ein Grund, warum wir Bürokratie so schwer abbauen.
Man drückt sich vor der eigentlichen Aufgabe, dem schweren Teil, der echten Denkarbeit, dem Schreiben von Code oder Texten, der Vereinfachung oder gar Abschaffung ausufernder Prozesse, und baut sich stattdessen eine Ausrede, die wie Hochleistung aussieht. Schließlich arbeitet man ja am System. Aber Arbeit am System ist nicht automatisch Produktivität. Sie kann auch die Vorbereitung auf eine Arbeit sein, die niemals stattfindet.
Wenn das Werkzeug zum Dauer-Hobby wird
Apropos Belohnung und Ablenkung: Gerade für Menschen, die stark auf neue Reize und sichtbare Fortschritte reagieren, kann das Bauen eines Wissenssystems besonders verführerisch sein. Das ist keine Diagnose und keine Erklärung für jedes Verhalten. Es beschreibt nur einen Mechanismus, den ich auch bei mir selbst erkenne.
Ein neues Plugin, ein schönes Dashboard oder ein frisch eingerichtetes System liefert ein sofortiges Erfolgserlebnis. Eine Steuererklärung, ein schwieriger Text oder ein widerspenstiges Skript tun das meistens nicht. Was liefert also schneller ein befriedigendes Ergebnis?
- Eine zähe Steuererklärung machen, ein widerspenstiges Skript debuggen oder stundenlang an einem zähen Text feilen?
- Oder doch lieber neue Plugins ausprobieren, Farbschemata anpassen, ein neues Dashboard basteln und den Graph-View geil aussehen lassen?
Das Bauen von Notiz-Systemen ist ein unendlicher Spielplatz mit sofortigem, visuellem Feedback. Es macht schlichtweg Spaß und fühlt sich produktiv an, ohne dass man sich durch die Qual einer anstrengenden, öden Aufgabe quälen muss.
Dazu kommt die berechtigte Angst vor dem Gedankensalat im Kopf: Das „Second Brain“ wird zum Versuch, Ordnung ins innere Chaos zu bringen. Frei nach dem Motto: Was ich nicht sofort aufschreibe und mit zehn Tags verlinke, ist für immer weg.
Das Problem dabei ist der Reiz des Neuen: Ein neues System wird mit riesiger Begeisterung wochenlang aufgebaut, das typische Rabbit-Hole. Aber sobald der erste Schwung nachlässt und das System disziplinierte Pflege verlangt, schwindet das Interesse rapide. Das gerade erst perfektionierte Setup bleibt ungenutzt liegen, und die Suche nach dem nächsten, noch besseren Tool beginnt von vorn. Aus der erhofften Unterstützung für den Alltag wird so unbemerkt das nächste zeitraubende Hobby.
Unnötige Reibung
Das größte Paradoxon an diesem Over-Engineering ist jedoch die Reibung (Friction).
Obsidian wurde im Kern als extrem schneller, schlanker Editor für einfache Markdown-Dateien entwickelt. Man öffnet es, tippt einen Gedanken ein, speichert ab. Fertig.
Wer sein System jedoch mit 40 Plugins, automatischen Folder-Notes, Pflicht-Frontmatter und komplexen Taxonomien überfrachtet hat, erreicht schnell das Gegenteil. Wer jetzt kurz eine Idee festhalten will, muss erst:
- Das richtige Template auswählen.
- 9 verschiedene Frontmatter-Felder ausfüllen.
- Den passenden Tag aus einer Liste von 200 Tags heraussuchen.
- Die Notiz im exakt richtigen Zweig des Ordnerbaums einhängen.
Ergebnis? Der administrative Wasserkopf ist so riesig geworden, dass man es am Ende lieber gleich bleiben lässt. Das Werkzeug blockiert den Handwerker. Viele Obsidian-Anwender jammern, dass es für schnelle Notizen nicht ideal wäre. Eine Alternative müsste natürlich direkt in Obsidian importieren oder am besten in Echtzeit synchronisieren können.
Die meisten Notizen, die ich mache, sind sehr flüchtig. Oft sind sie nur wenige Stunden oder maximal wenige Tage relevant. Diese erfasse ich mit Apple Notes, einer einfachen Textdatei oder, nennt mich verrückt, auf einem Schmierzettel, einem Briefumschlag oder was sonst gerade an Beschreibbarem auf den Tisch herumliegt. Sollten diese Notizen wirklich längerfristige Relevanz haben, kann ich sie per Copy-and-paste übertragen, abschreiben oder mit einer KI-Scanner-App von Handschrift in Text umwandeln lassen.
Dieser ganze Orga-Wahnsinn begann meiner Ansicht nach mit Notion. Notion “Everything is a Block”, sah bei vielen Nutzern eher aus wie ein Poesiealbum oder ein Scrapbook, als ein Werkzeug.
Werkzeug-Fusion: Wie es in der Praxis wirklich funktioniert
Wie sieht also die Alternative aus, wenn man nicht mehr am System frickeln, sondern einfach Ergebnisse liefern will? Man nutzt das, was ohnehin da ist, und streicht das Werkzeug-Silo.
Um ehrlich zu sein: Ich bin einer von euch! Auch ich habe eine natürliche Tendenz zum Over-Engineering, Over-Thinking und eine “weil-ich-es-kann”-Attitüde. Allerdings habe ich gelernt zu erkennen, wenn ich vom Weg abkomme und nur noch der Weg das Ziel ist. Das ist eine romantische Vorstellung beim Wandern, aber nicht, wenn man eine Idee oder Aufgabe umsetzen möchte. Hier ist der kürzeste Weg das Ziel.
Wenn man ohnehin viel mit VS Code VS CodeKostenloser Editor von Microsoft. Mit der Remote-SSH-Erweiterung bearbeitest du die HA-Konfiguration auf deinem Client, ohne den HA-Server zu belastenMehr dazu → unterwegs ist, um Skripte zu pflegen, Projektnotizen und Blogposts für ein Static-Site-System wie Hugo HugoStatic Site Generator in Go. Erzeugt aus Markdown-Dateien und Templates eine statische Website – extrem schnell (Build in Millisekunden). fricklr.com läuft auf Hugo mit dem Blowfish-ThemeMehr dazu → zu schreiben oder den Newsletter vorzubereiten, schmilzt die künstliche Grenze zwischen “Notiz” und “Ergebnis” ganz von allein.
Ein schlankes Setup braucht kein eigenes Ökosystem mit 50 Spezial-Plugins:
- VS Code mit einer Erweiterung wie Foam : Für Verlinkungen und Notizen reicht mir das völlig aus. Das Setup ist bewusst unaufgeregt und nimmt den Zwang weg, ständig am Werkzeug herumzudoktern.
- Kein Lock-in, volle Flexibilität: Alles bleibt in einfachen Markdown-Dateien. Wenn du völlig ablenkungsfrei schreiben willst, öffnest du die Datei kurz in Typora oder einem ähnlichen Markdown-Editor. Wenn du aus irgendeinem Grund doch mal einen Blick in Obsidian werfen willst, öffnest du denselben Ordner dort. Keine proprietäre Datenbank, kein Export-Stress. Meine Notizen hängen nicht von irgendeinem Tool ab.
- Git GitVerteiltes Versionsverwaltungssystem. Speichert jede Änderung an Textdateien als Commit nachvollziehbar – mit Historie, Branches und der Möglichkeit, jeden Zustand wiederherzustellenMehr dazu → statt Abo-Sync: Synchronisiert wird transparent über Git. Backup, Historie und Versionierung gibt es ohne zusätzliche Cloud-Abhängigkeit dazu. Das ist nicht für jeden die einfachste Lösung, denn Git bringt einen gewissen Lernaufwand mit. Ich habe Gitea auf meinem Self-Hosting Self-HostingBetrieb eigener Server-Dienste auf eigener Hardware statt Nutzung von Cloud-Diensten. Motive: Datensouveränität, Unabhängigkeit, Kostenkontrolle. Typische Self-Hosting-Anwendungen: Home Assistant, Nextcloud, Paperless-ngx, Joplin, ReadeckMehr dazu → -Server als Docker DockerContainer-Plattform zur Isolation von Anwendungen. Jeder Container enthält alle Abhängigkeiten und läuft unabhängig vom Host-System. Home Assistant Add-Ons, Frigate, Paperless-ngx und viele andere Self-Hosting-Dienste nutzen DockerMehr dazu → -Container und pushe zusätzlich zu GitHub GitHubWeb-Plattform für Git-Repositories. Ein privates Repository kann als Remote für die Versionshistorie deiner Konfiguration dienen. GitHub ist aber kein vollständiges Home-Assistant-BackupMehr dazu → in ein privates Repository RepositoryAblage- und Versionsort eines Git-Projekts – alle Dateien plus komplette Historie. Lokal (/config/.git) und als Remote auf GitHubMehr dazu → .
- Medien ohne Ballast: Medien wie Bilder oder PDFs gehören nicht in einen aufgeblähten Notiz-Vault, sondern direkt in einen einfachen Cloud-Speicher wie einen Cloudflare-R2-Bucket. Der Notizordner bleibt blitzschnell und schlank. Wichtige und vertrauliche Dokumente sind bei mir ohnehin in Paperless-ngx Paperless-ngxOpen-Source-Dokumentenmanagement mit OCR-Texterkennung. Scannt, klassifiziert und durchsucht PDFs automatisch. Läuft als Docker-Container – ideal für papierloses BüroMehr dazu → gespeichert und gegebenenfalls in der Notiz dorthin verlinkt. Das System passt sich der Arbeit an, nicht die Arbeit dem System.
Horses for Courses
Es ist niemals sinnvoll, ein Werkzeug, ein Produkt oder eine Idee in ein Korsett zwingen zu wollen, in das es nicht passt. Dokumentenmanagement? Paperless-ngx! Die schnelle Notiz beim Telefonieren? Im Zweifelsfall ein freier Bereich auf einer Broschüre, die auf dem Schreibtisch liegt.
Das kann man lang und breit weiterführen. Mein Lieblingssatz ist:
“Wenn dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht die ganze Welt wie ein Nagel aus.”
Obsidian muss nicht Rezeptverwaltung, Projektmanagement, To-do-Verwaltung, Kalender oder Buch-, Film- und Comic-Datenbank sein. Dafür gibt es spezialisierte Tools, die genau das richtig gut können.
Zurück zur Werkbank
Ein gutes Werkzeug fällt bei der Arbeit nicht auf. Es liegt gut in der Hand, tut exakt seine eine Aufgabe und verschwindet ansonsten im Hintergrund.
Notizen sind kein Endprodukt. Sie sind nicht das Museum deiner Intelligenz. Notizen sind lediglich das Sägemehl, das bei der eigentlichen Arbeit entsteht. Niemand kehrt nach Schichtende stolz das Sägemehl zusammen und stellt es ins Regal, um es Besuchern zu zeigen.
Lass den vergoldeten 4-Akku-Schrauber in der Ecke stehen. Obsidian darf ein einfaches Notizbuch sein, VS Code darf eine Entwicklungsumgebung bleiben und ein Schmierzettel darf einfach ein Schmierzettel sein. Nimm dir das Werkzeug, das gerade passt, schreib deine Gedanken auf, ohne künstliche Zettelkasten-Dogmen und ohne Verlinkungszwang, und fang an, die eigentliche Aufgabe zu erledigen.
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